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Daten direkt aus der Mercedes-Benz Werksproduktionsdatenbank — keine Schätzungen.
Geprüft & Aktualisiert: August 2026

Hinterachslenkung: Werkscodes 201 vs 216

Verstehe den Unterschied zwischen der Standard-Hinterachslenkung und der 10-Grad-Variante, warum der genaue Winkel vom Modell abhängt und warum die Prüfung des Werkscodes (201 oder 216) vor dem Kauf entscheidend ist.

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Die Technologie: Zwei Stufen der Hinterachslenkung

Die Hinterachslenkung ist eine der innovativsten Technologien in modernen Mercedes-Benz Modellen, insbesondere in der S-Klasse (W223), der C-Klasse (W206), dem GLC sowie dem EQS und EQE. Sie ermöglicht den physischen Lenkeinschlag der Hinterräder und verändert das Fahrverhalten grundlegend. Mercedes bietet diese Funktion üblicherweise in zwei Stufen an, die jeweils an einen bestimmten Werkscode gebunden sind.

Code 201 bezeichnet die Standard-Hinterachslenkung. Ihr maximaler Winkel hängt vom Modell ab: rund 2,5 Grad bei C-Klasse und GLC und bis zu 4,5 Grad bei S-Klasse, EQS und EQE. Code 216 steht für das erweiterte System mit einem Lenkwinkel von bis zu 10 Grad an der Hinterachse. Optisch ist der Unterschied am parkenden Fahrzeug kaum zu erkennen, doch das Fahrerlebnis unterscheidet sich deutlich.

Am Steuer: Agilität bei niedrigem Tempo und Stabilität bei hoher Fahrt

Die Magie der Hinterachslenkung liegt darin, dass sie den Radstand des Fahrzeugs dynamisch anpasst. Bei niedrigen Geschwindigkeiten (meist unter 60 km/h) lenken die Hinterräder in die entgegengesetzte Richtung der Vorderräder. Dies verkleinert den Wendekreis – besonders spürbar bei langen Fahrzeugen wie dem EQS oder der S-Klasse – und erleichtert Einparkmanöver und enge Stadtfahrten erheblich. Hier glänzt das 10-Grad-System (Code 216), das den Wendekreis um rund 2 Meter verkleinert.

Bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn schlagen die Hinterräder in dieselbe Richtung wie die Vorderräder ein. Dies verlängert den Radstand virtuell und sorgt für herausragende Richtungsstabilität, sanftere Spurwechsel und mehr Sicherheit bei Ausweichmanövern. Für anspruchsvolle Fahrer wird zudem das Kurvenverhalten deutlich geschärft.

VIN-Prüfung: Was kaufen Sie da eigentlich?

Beim Kauf eines modernen gebrauchten Mercedes-Benz ist es ein teurer Fehler, davon auszugehen, dass ein Auto nur wegen seiner Top-Ausstattung automatisch eine Hinterachslenkung besitzt. Manche Käufer erwerben eine S-Klasse in der Erwartung des 10-Grad-Systems (Code 216) und stellen später fest, dass es komplett fehlt oder aufgrund werksseitig inkompatibler Rad-Reifen-Kombinationen (wie spezieller AMG-Mischbereifung) auf den Standardwinkel (Code 201) begrenzt ist.

Verkäufer kennen den exakten Lenkwinkel ihres Autos nur selten, und eine optische Prüfung zeigt die mechanischen Grenzen nicht auf. Der einzig sichere Weg, um genau zu wissen, mit welchem System das Fahrzeug das Werk verlassen hat, ist die Entschlüsselung der 17-stelligen VIN.

Über die offizielle Datenkarte bei FindMyExtras verifizieren Sie sofort, ob Code 201, Code 216 oder gar kein System verbaut ist. Für 1,99 € erhalten Sie die Gewissheit, den richtigen Preis für die echte Technologie zu verhandeln.

Ohne HinterachslenkungStandard (Code 201)Erweitert (Code 216)
Gegenlenken unter 60 km/h
Lenkwinkel hinten bis 10°
Wendekreisreduzierung von ~2m~

Häufig gestellte Fragen

Ist die Hinterachslenkung bei allen neuen S-Klasse und EQS Modellen serienmäßig?

Nicht immer. Obwohl sie bei einigen Top-Ausstattungen oder in bestimmten Märkten serienmäßig sein kann, bleibt sie bei vielen Konfigurationen eine aufpreispflichtige Sonderausstattung. Prüfen Sie immer die Datenkarte.

Kann ich den Standardwinkel auf 10 Grad aufrüsten?

Bei einigen Modellen und Märkten bietet Mercedes ein Over-the-Air (OTA) Abo, das den 10-Grad-Winkel freischaltet. Dies hängt jedoch von der Hardware des Fahrzeugs ab, da bestimmte Mischbereifungen den vollen 10-Grad-Einschlag verhindern.

Woran erkenne ich, welches Hinterachslenkungssystem ein Auto hat?

Die physischen Unterschiede sind am stehenden Fahrzeug optisch kaum zu erkennen. Die einzige verlässliche Methode ist die Überprüfung der Werkscodes (Code 201 oder 216) durch eine VIN-Entschlüsselung.

Erfordert die Hinterachslenkung eine besondere Wartung?

Das System ist generell robust und in die Fahrzeugelektronik integriert, fügt aber bewegliche Teile und Aktuatoren an der Hinterachse hinzu. Eine vollständige Fahrwerksdiagnose wird empfohlen, falls eine Warnmeldung im Cockpit erscheint.

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